Fibromyalgie per Videosprechstunde — Diagnose und ganzheitliche Behandlung
Fibromyalgie ist eine reale, zentral vermittelte Schmerzerkrankung — keine Einbildung. Diagnostik und Therapie erfolgen per Videosprechstunde.
Kurz zusammengefasst
- Fibromyalgie ist eine anerkannte Erkrankung der zentralen Schmerzverarbeitung — keine Einbildung.
- Typisch: ausgedehnte Schmerzen, Erschöpfung, nicht erholsamer Schlaf und kognitive Beschwerden ("Fibro Fog").
- Fibromyalgie ist eine Ausschlussdiagnose; klassische Tender-Point-Untersuchungen spielen heute nur noch eine untergeordnete Rolle.
- Sie überschneidet sich stark mit ME/CFS — die Abgrenzung beeinflusst insbesondere den Umgang mit körperlicher Aktivität.
- Die Abklärung erfolgt bei NOVAMED per Videosprechstunde — Schwerpunkt Berlin und Frankfurt/Rhein-Main, bundesweit.
Was steckt hinter Fibromyalgie?
Bei Fibromyalgie ist die Schmerzverarbeitung im zentralen Nervensystem verändert: Reize, die normalerweise nicht oder kaum als schmerzhaft wahrgenommen würden, werden verstärkt registriert. Man spricht auch von zentraler Sensibilisierung. Die genaue Ursache ist nicht abschließend geklärt; vermutet wird ein Zusammenspiel aus veranlagungsbedingten, neurobiologischen und belastungsassoziierten Faktoren. Frühere Tender-Point-Untersuchungen (Druckschmerzpunkte am Körper) spielen in der modernen Diagnostik nur noch eine untergeordnete Rolle — heute stehen das Beschwerdebild und standardisierte Fragebögen im Vordergrund.
Symptome
- Ausgedehnte Schmerzen in mehreren Körperregionen, oft wandernd
- Chronische Erschöpfung und Fatigue
- Nicht erholsamer Schlaf
- Konzentrations- und Wortfindungsprobleme ("Fibro Fog")
- Empfindlichkeit gegenüber Kälte, Lärm, Licht oder Berührung
- Häufig begleitend: Kopfschmerzen, Reizdarmbeschwerden, Stimmungsschwankungen
Diagnostik
Fibromyalgie ist eine Ausschlussdiagnose — es gibt keinen spezifischen Bluttest, der sie beweist. Eine sorgfältige Abklärung dient in erster Linie dazu, andere, behandelbare Ursachen der Beschwerden auszuschließen:
- Ausführliche Anamnese; vorhandene körperliche Untersuchungsbefunde (z. B. von Hausarzt oder Rheumatologie) werden einbezogen
- Basislabor, u. a. Blutbild, Entzündungswerte, Schilddrüsenwerte, Vitamin- und Eisenstatus
- Bei entsprechendem Verdacht: weiterführende rheumatologische Diagnostik, um entzündlich-rheumatische Erkrankungen abzugrenzen
- Einordnung anhand des Gesamtbeschwerdebilds und standardisierter Kriterien
Überschneidung mit ME/CFS (chronischem Fatigue-Syndrom)
Fibromyalgie und das chronische Fatigue-Syndrom (ME/CFS) überschneiden sich in vielen Symptomen — Erschöpfung, Schmerzen, Schlafstörungen und kognitive Beschwerden treten bei beiden auf, und beide Krankheitsbilder können gemeinsam bestehen. Ein wichtiger Unterschied: Bei ME/CFS steht die sogenannte postexertionelle Malaise im Vordergrund — eine deutliche Verschlechterung aller Symptome nach körperlicher oder geistiger Anstrengung, oft zeitversetzt. Diese Abgrenzung ist wichtig, weil sie beeinflusst, wie körperliche Aktivität in der Behandlung eingesetzt wird.
Behandlung
- Medikamentöse Modulation der zentralen Schmerzverarbeitung: individuell abgewogen, nie als alleinige Maßnahme
- Dosierte körperliche Aktivierung (Pacing): Aktivität in einem Maß steigern, das nicht zu Rückschlägen führt — besonders wichtig, wenn zusätzlich eine Belastungsintoleranz besteht
- Schlafoptimierung: da nicht erholsamer Schlaf Schmerzen und Erschöpfung zusätzlich verstärkt
- Psychosomatische Begleitung: Umgang mit chronischem Schmerz, Stressregulation, Ressourcenaufbau
Das Ziel ist nicht Schmerzfreiheit, sondern eine deutliche Verbesserung der Lebensqualität und Alltagsfunktion.

Carina Kulik
Psychosomatik & Schmerzmedizin · 8+ Jahre Erfahrung · Telemedizin bundesweit
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Fachliche Grundlage: S3-Leitlinie Fibromyalgiesyndrom (Deutsche Schmerzgesellschaft, AWMF-Registernr. 145/004, Stand 2017). Einzelne im Text genannte Kennzahlen wurden im Rahmen dieser Überarbeitung nicht gegen Primärquellen geprüft.