ADHS-Test für Erwachsene: erste Einschätzung, keine Diagnose
Ein Online-Selbsttest kann ein erster Anhaltspunkt sein — er ersetzt aber keine fachärztliche Diagnose. Hier erfahren Sie, was ein anerkannter Test abfragt und wie es danach mit einer verlässlichen Abklärung weitergeht.
Kurz vorweg
- Ein Online-Selbsttest kann ein erster Hinweis sein, ist aber keine Diagnose.
- Bekannte Kurzfragebögen wie der WHO-Selbsttest (ASRS) fragen typische Alltagssituationen ab, etwa Organisation, Vergesslichkeit und innere Unruhe.
- Eine fachärztliche Diagnostik stützt sich nie auf einen einzelnen Fragebogen, sondern auf Gespräch, Kindheitsanamnese und Abgrenzung zu anderen Erkrankungen.
- Auch bei einem unauffälligen Testergebnis kann ein ärztliches Gespräch sinnvoll sein, wenn Beschwerden bestehen bleiben.
Fachlich geprüft von Carina Kulik, Tätigkeitsschwerpunkt Psychiatrie und Psychosomatik
Was ein Selbsttest leisten kann — und was nicht
Ein bekanntes Beispiel ist der von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) entwickelte Kurzfragebogen (ASRS), auf den unter anderem gesetzliche Krankenkassen zur ersten Orientierung verweisen. Solche Fragebögen fragen typischerweise wiederkehrende Alltagssituationen ab, etwa Schwierigkeiten, Aufgaben zu organisieren oder abzuschließen, Vergesslichkeit bei Terminen, ein Gefühl innerer Unruhe oder Ablenkbarkeit bei eintönigen Aufgaben. Das Ergebnis eines solchen Tests ist kein diagnostisches Urteil, sondern ein Hinweis darauf, ob eine vertiefte Abklärung sinnvoll sein könnte.
Wie eine ärztliche Abklärung abläuft
Anders als ein Online-Test stützt sich eine fachärztliche Diagnostik nicht auf einen einzelnen Fragebogen. Bei mir gehören dazu:
Zur aktuellen Symptomatik und Ihrer Lebenssituation.
Da ADHS-Symptome per Definition schon dort begonnen haben müssen.
Zu anderen Erkrankungen mit ähnlichen Beschwerden, etwa Angst oder Depression.
Standardisierte Frage- und Testverfahren, wo sinnvoll.
Mehr zum genauen Ablauf finden Sie auf der Seite zur ADHS-Diagnostik.
Warum ein Selbsttest allein nicht ausreicht
Symptome wie Unruhe, Konzentrationsprobleme oder Impulsivität können auch andere Ursachen haben, etwa Angststörungen, Depressionen oder Schlafmangel. Ein Selbsttest kann diese Differenzialdiagnostik nicht leisten — dafür braucht es ein ärztliches Gespräch, das Ihre individuelle Vorgeschichte einbezieht.
Und wenn der Test unauffällig war, ich mich aber trotzdem nicht wiederfinde?
Ein unauffälliges Testergebnis schließt nichts endgültig aus. Selbsttests sind grobe Raster — sie bilden nicht jede individuelle Symptomatik ab, gerade wenn über Jahre gut kompensiert wurde. Wenn die Beschwerden bleiben, ist ein ärztliches Gespräch trotzdem sinnvoll.

Carina Kulik
Psychosomatik & Schmerzmedizin · ADHS-Diagnostik im Erwachsenenalter · Telemedizin bundesweit
Testergebnis besprechen
Bundesweite Videosprechstunde — Schwerpunkt Berlin, Frankfurt/Rhein-Main
Termin über Doctolib buchenHäufige Fragen
Verwandte Themen
Quellen: BARMER · S3-Leitlinie ADHS (AWMF-Registernr. 028-045, 2018, derzeit in Überarbeitung). Aus Urheberrechtsgründen wird hier kein vollständiger Testfragebogen wiedergegeben.